Darf ein Mensch entscheiden, wann er gehen will? Wannie de Wijns Stück behandelt ein heikles Thema: Euthanasie (griechisch: von eu – gut, richtig, leicht, schön und thanatos – der Tod). Die Geschichte spielt in den Niederlanden, wo Sterbehilfe unter bestimmten Bedingungen legal ist. Der Entschluss des schwerkranken Bernhard Keller steht fest. Rettung gibt es nicht, er will seine Schmerzen überwinden. Den Abschied möchte er nicht in der Einsamkeit und Anonymität einer Klinik begehen, sondern daheim und im Kreise seiner Familie. Am Vorabend des Tages X treffen in Bernhards Haus seine Geliebte, die jüngeren Brüder und seine Tochter ein. Ein befreundeter Arzt soll die erlösende Spritze verabreichen. Die Entscheidung des Kranken führt zu harten Auseinandersetzungen innerhalb der Familie. Nicht alle können den Wunsch, in Würde zu sterben, respektieren. Nur in einem ist man sich einig: Bernhards letzter Abend soll ein Fest für das Leben, keine Totenfeier werden. Mit Musik und Alkohol versuchen die Anwesenden, das unerbittliche Ticken der Uhr zu übertönen. Aber der nächste Morgen rückt näher … Der niederländische Autor, Regisseur und Schauspieler Wannie de Wijn hat ein berührendes Theaterstück voll von melancholischer Schönheit und tiefem menschlichen Humor geschaffen, das keine Sekunde sentimental wird oder in die Banalität abgleitet. »Der gute Tod« ist mehr als ein Plädoyer für das Recht auf Sterbehilfe. In erster Linie ist es ein Aufruf dazu, selbst in den schwierigsten und unerträglichsten Situationen nicht die Lebensfreude, die Liebe und das Lachen zu verlieren. Es spielen: Joachim Brunner, Horst Damm, Laura Göttner, Marcus Ostberg, Charlotte Ronas, Markus Seidensticker
Zum zweiten Mal ist die Reihe „WortKlang – Lyrik im Konzert“ im Schillerhaus Rudolstadt zu Gast. Auch in diesem Jahr haben die Veranstalter, die Sparkassen-Kulturstiftung Hessen-Thüringen, die Kreissparkasse Saalfeld-Rudolstadt und der Lese-Zeichen e. V. in Zusammenarbeit mit der Stadt Rudolstadt hochkarätige Lyriker eingeladen: Es lesen Daniela Danz und André Schinkel. Daniela Danz, 1976 in Eisenach geboren, studierte Kunstgeschichte und Germanistik. Florian Illies schrieb über sie in der ZEIT, „… es ist ein fast körperliches Empfinden für Rhythmus und Versmaß, das [ihre] Poesie auszeichnet, es ist der Versuch, die Sprache atmen zu lassen, tastend die Worte wie ein Gefühl zu erobern.“ Gerade in dieser Hinsicht steht ihr André Schinkel kongenial zur Seite. Der mit vielen Preisen bedachte Lyriker, 1972 in Eilenburg geboren, heute wie Daniela Danz in Halle lebend, zeichnet sich durch ein sensibles Formbewusstsein aus. In seinen Texten voller Sinnlichkeit versucht er, das Leben in all seinen Tiefen und Untiefen auszuloten. Und schließlich bringt die Rudolstädter Schauspielerin Verena Blankenburg noch einen dritten Dichter ins Wort. Sie wird Texte des leider früh verstorbenen Dichters Harald Gerlach lesen. Sein Leben war mit Rudolstadt eng verbunden. Unter dem Titel „So ist alles gesagt“ hat seine Frau Bettina Olbrich, eine schöne und in vielerlei Hinsicht überraschende Textauswahl herausgegeben. Die musikalische Umrahmung wird von Oliver Räumelt aus Weimar gestaltet.
Wir kennen ihn alle, unseren Friedrich Schiller. Der Liebesbriefbote will Ihnen verraten: „Der Schiller hatte hier egalweg Affären. Egalweg! Er war ein Luumich, der hochgebildete spätere Professor und Hofrat Fritze. Ich könnte Ihnen Sachen erzählen..., aber ich bin verschwiegen.“ Als Liebesbriefbote lustwandelt Robert Kühne auf den Spuren Friedrich Schillers durch die Innenstadt. Er springt vom Heute in die Schiller-Zeit und kommentiert die vergangenen zweihundert Jahre Schiller-Rezeption in Rudolstadt. Nach dem originellen Text von Matthias Biskupek wurde diese Sonderführung vom theater-spiel-laden lebendig in Szene gesetzt.
„Können Sie sich vorstellen, etwas anderes geworden zu sein als Schriftsteller?“ wurde Max Frisch einmal von einem Journalist gefragt. »Aber ja«, antwortete der Schweizer Autor, „zum Beispiel Playboy oder Millionär.“ Ironisch kommentierte Frisch damit ein Thema, das im Zentrum seines Werkes steht: Die Frage, wie unscheinbare Ereignisse das Leben entscheidend prägen. Wie Zufälle und Nebensächlichkeiten zu bestimmenden Faktoren geraten. Sind wir wirklich unseres Glückes Schmied? Wie frei bin ich? Und warum mache ich immer die gleichen Fehler? Kann ich mein Leben noch mal von vorne anfangen? Herr Kürmann, der Held dieser 1968 uraufgeführten, 1984 von Frisch neu bearbeiteten Komödie, nimmt die Fragen ernst und dreht den eigenen Lebensbogen bis zu jenem Punkt zurück, wo er den Beginn späterer Verhängnisse vermutet. Es ist der Abend, an dem er seine künftige Frau zum Bleiben aufforderte. Das Spiel um eine Wunschbiografie beginnt. Kürmanns Leben wird demontiert, analysiert und neu zusammengesetzt. Aber gleicht nicht am Ende der neue Entwurf dem Original auf erschreckende Weise? Bertolt Brecht schrieb die schöne Zeile: „Neu beginnen kannst du mit dem letzten Atemzug.“ Max Frisch macht darauf die theatralische Nagelprobe und untersucht, ob diese utopische Behauptung stimmt. Der Schweizer Dramatiker und Erzähler Max Frisch ist einer der bedeutendsten Autoren des 20. Jahrhunderts. In allen seinen Werken umkreist er die Gespaltenheit und Widersprüchlichkeit, das Rätselhafte der menschlichen Existenz.Es spielen: Verena Blankenburg, Rayk Gaida, Benjamin Griebel, Anne Kies, Simon Keel
Wir kennen ihn alle, unseren Friedrich Schiller. Der Liebesbriefbote will Ihnen verraten: „Der Schiller hatte hier egalweg Affären. Egalweg! Er war ein Luumich, der hochgebildete spätere Professor und Hofrat Fritze. Ich könnte Ihnen Sachen erzählen..., aber ich bin verschwiegen.“ Als Liebesbriefbote lustwandelt Robert Kühne auf den Spuren Friedrich Schillers durch die Innenstadt. Er springt vom Heute in die Schiller-Zeit und kommentiert die vergangenen zweihundert Jahre Schiller-Rezeption in Rudolstadt. Nach dem originellen Text von Matthias Biskupek wurde diese Sonderführung vom theater-spiel-laden lebendig in Szene gesetzt.

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