Friedrich Schiller verfaßte 1788 den spannungsreichen Prosatext „Herzog von Alba bei einem Frühstück auf dem Schlosse zu Rudolstadt im Jahr 1547 in Rudolstadt“, wo er neben seiner späteren Frau Charlotte von Lengefeld auch erstmals mit Johann Wolfgang von Goethe zusammentraf. Mit seiner historischen Erzählung setzte er der Rudolstädter Gräfin Katharina von Schwarzburg, geb. von Henneberg, genannt die Heldenmütige (1509 – 1567) ein literarisches Denkmal. Mit der Drohung „Fürstenblut für Ochsenblut!“ hatte sie sich erfolgreich mit dem gefürchteten Heerführer Herzog von Alba angelegt. Dank Schiller ging die „Zivilcourage“ dieser Frau, auf die er in alten Chroniken der Bibliothek des Rudolstädter Beamten Carl Gerd von Ketelhodt gestoßen war, in die Literaturgeschichte ein. Wie Schiller mit Katharinas Geschichte bekannt wurde, soll im Mittelpunkt der Veranstaltung stehen.
In einem Konzernbüro treffen nacheinander vier Bewerber für den Posten des Kaufmännischen Direktors ein. Drei Männer und eine Frau. Sie sind in der letzten Runde des Auswahlverfahrens, und die Situation ist angespannt: Ungewißheit, Streß und taktisches Geplänkel bestimmen die Atmosphäre. Jeder Kandidat hat höchst ungewöhnliche Prüfungsaufgaben zu bestehen. Und immer sieht die Konkurrenz mit zu. Verschärft wird die Situation durch die Nachricht, daß einer der vier Bewerber Mitglied der Personalabteilung sei. Wer ist der Spitzel? Schon bald ist das Büro eine Krimi-Arena, in der die absurdesten Selbstbehauptungskämpfe toben. Wer den Raum verläßt, ist aus dem Rennen. Wer bleibt, hat (vielleicht) den Job. Die sogenannte „Grönholm-Methode“ erprobt nicht nur die kreative Intelligenz der Bewerber, sondern vor allem, wie viel psychologischen Druck sie aushalten können. Devise: „Wir suchen keinen guten Menschen, der nach außen ein Arschloch ist, wir suchen ein Arschloch, das nach außen ein guter Mensch ist.“ Galcerans 2003 in Barcelona uraufgeführtes Stück ist ein hochaktueller Kommentar auf die immer aggressiver werdenden Methoden auf dem Arbeitsmarkt. Mit viel schwarzem Humor beschreibt es die Gnadenlosigkeit heutiger Bewerbungsgespräche und legt sarkastisch bloß, wie schnell menschliche Masken fallen und archaische Verhaltensmuster zum Vorschein kommen. Es spielen: Charlotte Ronas, Benjamin Griebel und Markus Seidensticker.Zum "Theaterfrühstück bei Schiller" informiert Schauspieldramaturg Matthias Spaniel über das Stück und die Inszenierung.
Im August 1921 zog der Greifenverlag mit seinem Verleger Karl Dietz aus Hartenstein im Erzgebirge, wo er als Verlag der Wandervogelbewegung gegründet worden war, nach Rudolstadt in die Schillerstraße 41, wo im ersten Stock die Verlagsräume lagen. Hausbesitzer war der Journalist Schweder, der mit Dietz zusammenzuarbeiten gedachte. Bald schon kam es aber zu schwerwiegenden Diskrepanzen zwischen Vermieter und Verleger, so wurde fleißig die Wasserfrage diskutiert: Dürfen Verlagsmitarbeiter den Wasserhahn im Haus für Kaffeewasser nutzen? Im Jahr 1926 schließlich zogen Verlag und die Familie Dietz auf die Heidecksburg.Ungeachtet dessen waren diese ersten sechs Rudolstädter Jahre die fruchtbarsten im Verlags-Leben. So erschien Johannes R. Bechers wichtiger Gedichtband „Ein Mensch unserer Zeit“, auch zwei Bücher von Paul Zech brachte man bereits 1924 heraus. Darüber hinaus erschienen die ersten sieben „Greifenkalender“ hrsg. von Willi Geißler, bemerkenswerte Text-Grafik-Sammlungen. Für die politische Divergenz des Verlages in jenen Jahren mögen die Namen Paul Schultze-Naumburg, E.G. Kolbenheyer, Karl Grünberg mit „Brennende Ruhr“ und Max Hodann mit „Bub und Mädel“ stehen. Es erschienen Übersetzungen von Rabindranath Tagore oder auch ein Sachbuch: „Unzucht! Unzucht! Herr Staatsanwalt – Zur Naturgeschichte des deutschen Schamgefühls“, mit Texten von Dietz, Hodann und Erich Weinert. „Körper und Tanz“, „Kammerlieder“ oder „Die Wiedergeburt der Bühne“ zeugten vom Engagement des Verlages für das Theater. Fastnachts- und Weihnachtsspiele wurden gedruckt, ebenso wie das „Jahrbuch der Musikantengilde“ oder eine Festschrift zu Pfingsten 1926 über die „Deutschen Musikabende und Historischen Musikfeste in Rudolstadt von Ernst Wollong.“ Über den Verlag in diesen Jahren erzählt Matthias Biskupek. Schauspieler am Theater Rudolstadt lesen Texte aus Büchern dieser Jahre.
Wir kennen ihn alle, unseren Friedrich Schiller. Der Liebesbriefbote will Ihnen verraten: „Der Schiller hatte hier egalweg Affären. Egalweg! Er war ein Luumich, der hochgebildete spätere Professor und Hofrat Fritze. Ich könnte Ihnen Sachen erzählen..., aber ich bin verschwiegen.“ Als Liebesbriefbote lustwandelt Robert Kühne auf den Spuren Friedrich Schillers durch die Innenstadt. Er springt vom Heute in die Schiller-Zeit und kommentiert die vergangenen zweihundert Jahre Schiller-Rezeption in Rudolstadt. Nach dem originellen Text von Matthias Biskupek wurde diese Sonderführung vom theater-spiel-laden lebendig in Szene gesetzt.
Wer fälschte und vertauschte den Schädel Friedrich von Schillers?Die junge Lehrerin Caroline von Löschwitz durchlebt in Rückblicken und Dialogen die rätselhafte Geschichte von Schillers mehrfachen Beisetzungen. Gleichzeitig entwickelt der Mainzer Autor Thomas Persdorf in seinem Roman „Caroline und der 53. Gast“ das Schicksal ihrer Familie in der Vorwendezeit der 80er Jahre in Leipzig. Kapitel zum Schillerstoff und zu privaten Problemen um Liebe, Leid und Beruf wechseln sich ab oder greifen ineinander. Ein Buch im Buch entsteht, in dem Goethe, Schiller, Herzog Carl August und Luise von Göchhausen den Leser in der rekonstruierten Sprache ihrer Zeit hineinziehen in die Atmosphäre der Weimarer Klassik um die Wende zum 19. Jahrhundert.
Wir kennen ihn alle, unseren Friedrich Schiller. Der Liebesbriefbote will Ihnen verraten: „Der Schiller hatte hier egalweg Affären. Egalweg! Er war ein Luumich, der hochgebildete spätere Professor und Hofrat Fritze. Ich könnte Ihnen Sachen erzählen..., aber ich bin verschwiegen.“ Als Liebesbriefbote lustwandelt Robert Kühne auf den Spuren Friedrich Schillers durch die Innenstadt. Er springt vom Heute in die Schiller-Zeit und kommentiert die vergangenen zweihundert Jahre Schiller-Rezeption in Rudolstadt. Nach dem originellen Text von Matthias Biskupek wurde diese Sonderführung vom theater-spiel-laden lebendig in Szene gesetzt.
Der Schwabe Friedrich von Schiller verbrachte einen Großteil seines nur kurzen, 45jährigen Lebens in Thüringen. Hier entstanden während der letzten Lebensjahre die Dramen, welche Schiller späterhin zum meistgespielten Klassiker der deutschen Bühne machte.Ein Leben lang von Krankheiten gepeinigt, bis zum letzten Atemzug emsig, hinterließ Schiller ein reiches Werk und ist in seinem Streben nach Freiheit und Humanität aktueller denn je.Bernd Lange, Schauspieler am Deutschen Nationaltheater Weimar, und Kornelia Lukoschek, Kulturreferentin Hotel Elephant Weimar, begeben sich auf Spurensuche nach dem Dichter, bringen Biografisches und Literarisches, Äußerungen von Zeitgenossen zu Gehör. Schiller selbst kommt zu Wort als Autor seiner Dramen, Gedichte, Balladen, als Liebhaber, Ehemann, Vater und Weggefährte J. W. von Goethes.
Am späten Nachmittag werden Constanze und Dirk Vogel alias Voice ´n Strings den ersten Schillerhausgeburtstag abrunden. Die Besucher erwartet eine Mischung aus swingenden Jazzstandarts, Popballaden und erfrischendem Irish Folk. Bekannte Lieder werden durch eigenständige Arrangements neu entdeckt und erklingen mit intensiver Ausdruckskraft über Stilgrenzen hinweg. Ein Abend voller Lieder und mehr.
Christophine Reinwald (1757-1847) ist der Nachwelt als Schwester Friedrich Schillers bekannt. Sie war ihrem Bruder eine enge Vertraute und verständnisvolle Briefpartnerin und nahm großen Anteil an seinem literarischen Schaffen. Verheiratet mit dem wesentlich älteren Bibliothekar Wilhelm Reinwald führte sie ein gesellschaftlich relativ zurückgezogenes Leben. Neben ihren häuslichen Tätigkeiten widmete sie sich der Malerei und Zeichenunterricht, mit dem sie sich ein eigenes Einkommen sicherte. Auf der Basis bisher unveröffentlichten Archivmaterials zeichnet Annette Seemann das Porträt dieser außergewöhnlichen Frau.
Wir kennen ihn alle, unseren Friedrich Schiller. Der Liebesbriefbote will Ihnen verraten: „Der Schiller hatte hier egalweg Affären. Egalweg! Er war ein Luumich, der hochgebildete spätere Professor und Hofrat Fritze. Ich könnte Ihnen Sachen erzählen..., aber ich bin verschwiegen.“ Als Liebesbriefbote lustwandelt Robert Kühne auf den Spuren Friedrich Schillers durch die Innenstadt. Er springt vom Heute in die Schiller-Zeit und kommentiert die vergangenen zweihundert Jahre Schiller-Rezeption in Rudolstadt. Nach dem originellen Text von Matthias Biskupek wurde diese Sonderführung vom theater-spiel-laden lebendig in Szene gesetzt.
Wer kennt sie nicht, Schillers Ballade „Die Bürgschaft“. Da tut sich mit wenigen Verszeilen ein spannendes Drama auf, eine schreckliche Tragödie, eine mitreißende Kriminalgeschichte, kunstvoll sprachlich verdichtet, nie langweilig und doch ist sie eine Ballade von zwanzig Strophen. Dichter wie Schiller, Goethe, Bürger und Herder schufen jene Geschichten von unerschrockenen Helden, treuen Freunden und Fabelwesen… Cora Chilcott führt rezitierend und singend zurück in die Literaturepoche des Sturm und Drangs, in der Kunstballaden ihren Ursprung haben.
Wir kennen ihn alle, unseren Friedrich Schiller. Der Liebesbriefbote will Ihnen verraten: „Der Schiller hatte hier egalweg Affären. Egalweg! Er war ein Luumich, der hochgebildete spätere Professor und Hofrat Fritze. Ich könnte Ihnen Sachen erzählen..., aber ich bin verschwiegen.“ Als Liebesbriefbote lustwandelt Robert Kühne auf den Spuren Friedrich Schillers durch die Innenstadt. Er springt vom Heute in die Schiller-Zeit und kommentiert die vergangenen zweihundert Jahre Schiller-Rezeption in Rudolstadt. Nach dem originellen Text von Matthias Biskupek wurde diese Sonderführung vom theater-spiel-laden lebendig in Szene gesetzt.
Phantasiereich werden die Gedichte von Friedrich Schiller vom KIECK-Theater dargeboten. Cornelia Thiele verbindet dabei die Texte spielerisch mit Elementen der Pantomime und des Schauspiels. Gott, Tyrann, Prinzessin und Clown erscheinen; edle Ritter müssen dramatische Abenteuer bestehen. Da wird es spannend und ergreifend, doch auch Schmunzeln und Lachen kommen nicht zu kurz. Thomas Kieck an der Gitarre bettet die Darstellung in Tonmalerei und Musik ein, die vom klassischen Lied bis hin zur modernen Jazzkomposition reicht – ein Schauspiel-Musik-Programm.
Wir kennen ihn alle, unseren Friedrich Schiller. Der Liebesbriefbote will Ihnen verraten: „Der Schiller hatte hier egalweg Affären. Egalweg! Er war ein Luumich, der hochgebildete spätere Professor und Hofrat Fritze. Ich könnte Ihnen Sachen erzählen..., aber ich bin verschwiegen.“ Als Liebesbriefbote lustwandelt Robert Kühne auf den Spuren Friedrich Schillers durch die Innenstadt. Er springt vom Heute in die Schiller-Zeit und kommentiert die vergangenen zweihundert Jahre Schiller-Rezeption in Rudolstadt. Nach dem originellen Text von Matthias Biskupek wurde diese Sonderführung vom theater-spiel-laden lebendig in Szene gesetzt.
Wir kennen ihn alle, unseren Friedrich Schiller. Der Liebesbriefbote will Ihnen verraten: „Der Schiller hatte hier egalweg Affären. Egalweg! Er war ein Luumich, der hochgebildete spätere Professor und Hofrat Fritze. Ich könnte Ihnen Sachen erzählen..., aber ich bin verschwiegen.“ Als Liebesbriefbote lustwandelt Robert Kühne auf den Spuren Friedrich Schillers durch die Innenstadt. Er springt vom Heute in die Schiller-Zeit und kommentiert die vergangenen zweihundert Jahre Schiller-Rezeption in Rudolstadt. Nach dem originellen Text von Matthias Biskupek wurde diese Sonderführung vom theater-spiel-laden lebendig in Szene gesetzt.
Wir kennen ihn alle, unseren Friedrich Schiller. Der Liebesbriefbote will Ihnen verraten: „Der Schiller hatte hier egalweg Affären. Egalweg! Er war ein Luumich, der hochgebildete spätere Professor und Hofrat Fritze. Ich könnte Ihnen Sachen erzählen..., aber ich bin verschwiegen.“ Als Liebesbriefbote lustwandelt Robert Kühne auf den Spuren Friedrich Schillers durch die Innenstadt. Er springt vom Heute in die Schiller-Zeit und kommentiert die vergangenen zweihundert Jahre Schiller-Rezeption in Rudolstadt. Nach dem originellen Text von Matthias Biskupek wurde diese Sonderführung vom theater-spiel-laden lebendig in Szene gesetzt.

Als Friedrich Schiller 1787 im Haus der Familie Lengefeld-Beulwitz mit Charlotte von Lengefeld und Caroline von Beulwitz zusammentraf, war er von der aufgeschlossenen geistigen Atmosphäre beeindruckt. Vor allem während des ersten längeren Aufenthaltes Schillers in der kleinen Residenzstadt wurde seine Leidenschaft für Caroline und die noch unverheiratete Charlotte geweckt.
Grußwort von Dr. Michael Davidis zur Eröffnung des
Schillerhauses Rudolstadt am 9. Mai 2009
Verehrte Gastgeber, verehrte Gäste, liebe Kollegen und Freunde vom Museum Schloss Heidecksburg und vom Rudolstädter Schillerverein:
„Thüringen ist das Land nicht, wo man Schwaben vergessen kann.“ Dieser Schillersatz enthält nur die halbe Wahrheit: Man kann und darf ihn auch umkehren. Schon Schiller selbst hat ja bei seinem ersten und einzigen Besuch in der württembergischen Heimat nach der Devise gehandelt: „Schwaben ist das Land nicht, wo man Thüringen vergessen kann“ — und ist nach wenigen Monaten nach Jena zurückgekehrt.
Hier ein Konkurrenzverhältnis zu konstruieren, ist ohnehin müßig. Verstehen wir es lieber als gemeinsame Herausforderung, dass in Thüringen und im heutigen Baden-Württemberg die meisten Wohn- und Aufenthaltsorte Schillers liegen, dass diese beiden Bundesländern auch sonst eine größere Dichte an literarischen Orten aufweisen als alle anderen, ja dass mit den dortigen Schillerstätten die Geschichte der literarischen Erinnerungsorte in Deutschland überhaupt erst begonnen hat: mit der Einrichtung von Gedenkstätten im Weimarer Wohn- und Sterbehaus und im Marbacher Geburtshaus und mit der Aufstellung der ersten deutschen Schillerdenkmäler 1839 in Stuttgart und — immerhin schon neun Jahre zuvor — in Rudolstadt.
Doch erst jetzt, fast 180 Jahre nach der Aufstellung der Büste auf der hiesigen Schillershöhe, erst durch die Eröffnung dieses Museums, wird Rudolstadt als literarischer Ort in seiner ganzen Bedeutung sichtbar. Deshalb ist heute ist ein großer Tag nicht nur für die Rudolstädter, sondern für alle Freunde der Literatur; oder, pathetischer formuliert: Heute blickt die literarische Welt auf diese Stadt. Endlich übernimmt sie im Konzert der Schillerstädte den ihr angemessenen Part. Nicht den der Ersten oder der Zweiten Geige: Die sind in unserem Orchester durch Weimar und Marbach besetzt, wobei dahingestellt bleiben kann, wer von beiden die Erste und wer die Zweite Geige spielt. Aber gleich danach kommt Rudolstadt, nämlich am Pult der Viola, genauer gesagt — und das bedarf hier keiner Erläuterung — der Viola d’amore, eines ausgesprochenen Lieblingsinstruments des 18. Jahrhunderts.
Über diese neue Virtuosin freuen sich die anderen Orchestermitglieder ganz ungemein. Hellmut Seemann hat dieser Freude für Weimar schon heute vormittag Ausdruck gegeben. Ich tue das jetzt für Marbach, und zwar in doppelter Funktion: zum einen für das Deutsche Literaturarchiv, seine Leitung, seine Mitarbeiter und seinen Trägerverein, die Deutsche Schillergesellschaft; zum anderen für den Marbacher Schillerverein und seinen Vorsitzenden, den Bürgermeister der Stadt Marbach. Die Grüße und Glückwünsche gehen also nicht nur von Museum zu Museum, sondern auch von Stadt zu Stadt und von Verein zu Verein. Dieses neue Museum ist ja nicht nur das Ergebnis einer ausnehmend klugen und geschickten kommunalen Kulturpolitik und einer nicht unerheblichen staatlichen Förderung, es ist auch die Frucht jahrelangen, unermüdlichen bürgerschaftlichen Engagements.
Eine weitere wesentliche Voraussetzung für das Gelingen des Projekts war, dass man sich für eine „große Lösung“ entschieden hat und dass ein Team aus ebenso kompetenten wie begeisterten Wissenschaftlern und Gestaltern zur Verfügung stand, das dem daraus resultierenden Anspruch in jeder Hinsicht gewachsen war. Die Mitglieder dieses Teams, mit denen ich während der Projektphase mehrmals eingehend diskutieren durfte, werden heute hoffentlich nicht von mir erwarten, dass ich alle Details gleichermaßen würdige. Doch an einem kann es, denke ich, nicht den geringsten Zweifel geben, nämlich daran, dass dieses Haus in seiner Gesamtwirkung ein Glücksfall für die Stadt und für die deutsche Museumslandschaft ist.
Marbach hatte beziehungsweise hat sich gerade an zwei ähnlichen Ausstellungen zu bewähren, deren Eröffnungstermine das heutige Ereignis flankieren: an der Neugestaltung von Schillers Geburtshaus, das am 2. Februar durch den baden-württembergischen Ministerpräsidenten wiedereröffnet worden ist, und an der Neugestaltung des Schiller-Nationalmuseums, das am 10. November — wie wir hoffen durch den Bundespräsidenten oder die Bundespräsidentin — wiedereröffnet werden wird. Meine Kollegen und ich würden uns sehr freuen, wenn wir Sie alle, meine Damen und Herren, gelegentlich in diesen beiden Häusern begrüßen dürften.
Wir sind aber auch froh und stolz, im Rudolstädter Schillerhaus als Hauptleihgeber zu fungieren. Das Eigentum an großen Teilen von Schillers bildlichem und gegenständlichem Nachlass bringt die ehrenvolle Verpflichtung mit sich, nicht nur für eigene Ausstellungen aus diesem Bestand zu schöpfen, sondern auch einzelne Objekte zu verleihen: an Museen, in denen sie zu noch besserer Wirkung gelangen als im eigenen Haus, an Orte, wo manches der Öffentlichkeit präsentiert werden kann, was in Marbach im Depot bliebe. Für Rudolstadt haben wir uns eine ganze Reihe kapitaler Stücke aus unserer Schillersammlung vom Herzen gerissen. Aber wir haben das wirklich von Herzen gern getan, zumal dadurch einige dieser Möbel und Bilder an ihren Herkunftsort zurückgekehrt sind.
Ich komme zum Schluss, indem ich ein Wort eines großen Schillerverehrers aus dem 19. Jahrhunderts, abwandle, des Königs Ludwig I. von Bayern. Er hat zeitlebens das Ziel verfolgt, seine Haupt- und Residenzstadt zu einem Zentrum der Kunst und Architektur auszubauen. Niemand solle — so sein berühmter Ausspruch — behaupten können, er habe Deutschland gesehen, der München nicht gesehen hat. Hier und heute, meine Damen und Herren, dürfen wir aus voller Überzeugung sagen: Niemand wird künftig behaupten können, er wisse über Schiller Bescheid, der Rudolstadt nicht gesehen hat.
Michael Davidis
Deutsches Literaturarchiv Marbach
